MikroTik Router und Firewall¶
Produktiver Stand, geprüft am 24. August 2026.
Aufgabe des Routers¶
Der MikroTik hAP ax2 übernimmt:
- Routing zwischen den VLANs;
- DHCP für Management, Home, IoT und Gäste;
- Firewall und NAT;
- DNS-Weiterleitung und mDNS-Wiederholung;
- NTP-Client und NTP-Server für die internen VLANs;
- CAPsMAN-Verwaltung;
- direkten Internetzugang über WOBCOM-Glasfaser.
Hardware und Basis¶
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Gerät | MikroTik hAP ax2 |
| Architektur | ARM64 |
| RAM | 1 GiB |
| Management-IP | 10.10.10.1 |
| Device Mode | advanced |
| Bridge | bridge, VLAN-Filtering aktiv |
VLAN- und Portaufbau¶
| Port | Funktion | Weitere VLANs |
|---|---|---|
ether1 |
ungenutzt, kein aktiver WAN- oder LAN-Pfad | kein LAN-VLAN |
ether2 |
VLAN 10 untagged, Trunk zu AP2 | VLAN 20/30/40 tagged |
ether3 |
VLAN 10 untagged, Proxmox | keine weiteren VLANs |
ether4 |
VLAN 20 untagged, waipu.tv Box | keine weiteren VLANs |
ether5 |
produktiver Glasfaser-WAN zum ONT | Provider-VLAN 7 |
Die Router-IP-Adressen liegen auf vlan10, vlan20, vlan30 und vlan40.
Am 24. August 2026 wurde die letzte verwaiste Forward-Regel VLAN20 -> ether1 entfernt. Es existiert damit keine aktive Firewall-Freigabe mehr über ether1.
Glasfaser-WAN¶
Der produktive Internetpfad lautet:
Der PPPoE-Client pppoe-wobcom ist aktiv und erzeugt die dynamische Default-Route mit Distanz 1. Provider-DNS wird nicht übernommen.
Die Interface-Liste WAN enthält aktuell:
ether5als physische Glasfaser-/PPPoE-Transportstrecke;pppoe-wobcomals produktives Layer-3-WAN.
ether1 ist nicht Mitglied der WAN-Liste.
Details: Internetzugang
DHCP¶
| Server | Interface | Pool | Lease-Zeit | DNS | NTP |
|---|---|---|---|---|---|
dhcp-mgmt |
vlan10 |
10.10.10.50-199 |
1 Stunde | 10.10.10.1 |
10.10.10.1 |
dhcp-home |
vlan20 |
10.10.20.100-199 |
30 Minuten | 10.10.20.1 |
10.10.20.1 |
dhcp-iot |
vlan30 |
10.10.30.150-199 |
30 Minuten | 10.10.30.1 |
10.10.30.1 |
dhcp-guest |
vlan40 |
10.10.40.50-199 |
1 Stunde | 10.10.40.1 |
10.10.40.1 |
Feste Reservierungen stehen im IP-Adressplan.
DNS, mDNS und Zeit¶
| Funktion | Aktueller Stand |
|---|---|
| Upstream-DNS | 1.1.1.1, 8.8.8.8 |
| DNS für Clients | jeweilige Router-IP des VLANs |
| DoH | deaktiviert |
| mDNS-Wiederholung | VLAN 10, 20 und 30 |
| NTP-Upstream | ptbtime1.ptb.de, ptbtime2.ptb.de, ptbtime3.ptb.de |
| NTP-Client | aktiviert |
| NTP-Server | auf dem MikroTik aktiviert |
Statisch konfigurierte Infrastruktur-LXC verwenden ebenfalls 10.10.10.1 als DNS-Server und diebrocks.home als Searchdomain.
Sicherheitsmodell¶
Das Netz arbeitet mit einer expliziten Default-Deny-Policy in der Forward-Kette. Neue Verbindungen werden nur zugelassen, wenn dafür eine konkrete Allow-Regel existiert. Rückverkehr bereits erlaubter Verbindungen wird über FastTrack beziehungsweise established/related akzeptiert.
Vertrauensstufen:
- VLAN 10 – Management/Server: höchste Vertrauensstufe;
- VLAN 20 – Home/Clients: normale Benutzergeräte;
- VLAN 30 – IoT: eingeschränkt, keine freien Initiierungen in interne Netze;
- VLAN 40 – Gäste: Internetzugang, keine internen Netze.
Firewall – Input-Kette¶
Wichtige Regeln:
- SSH vom MCP-Server
10.10.10.33erlauben; established,related,untrackederlauben;invalidverwerfen;- Blocklist verwerfen;
- ICMP erlauben;
- DHCP für alle vier VLANs erlauben;
- DNS TCP/UDP aus
10.10.0.0/16erlauben; - mDNS und NTP intern erlauben;
- Router-Management aus VLAN 10 erlauben;
- Router-Management aus VLAN 20 ausschließlich für
admin-deviceserlauben; - CAPsMAN aus VLAN 10 erlauben;
- RouterOS-API TCP/8728 ausschließlich von Home Assistant
10.10.10.20erlauben; - abschließend mit
SECURITY - drop all other inputalles andere verwerfen.
Die frühere breite Management-Freigabe aus VLAN 20 wurde am 24. August 2026 endgültig gelöscht.
Admin-Geräte¶
Für administrative Zugriffe aus VLAN 20 wird die dynamische Firewall-Adressliste admin-devices über feste DHCP-Leases gepflegt.
Aktuelle Geräte:
| Gerät | IP |
|---|---|
| EB-Laptop Kabel | 10.10.20.50 |
| EB-Laptop WLAN | 10.10.20.51 |
| EB-iPhone | 10.10.20.52 |
Für gezielte Zugriffe existiert außerdem die statische Liste admin-targets mit Router, APs und zentralen Servern im Management-Netz.
Erlaubte Admin-Verbindungen aus VLAN 20 zu admin-targets:
- TCP
22,80,443,8006,8123,8291; - ICMP.
Die Portliste gilt gemeinsam für alle admin-targets. Ein Port ist damit firewallseitig freigegeben, auch wenn auf dem jeweiligen Ziel kein Dienst darauf lauscht. Für den Router selbst greifen zusätzlich die separaten INPUT-Regeln.
RouterOS-Dienste¶
Zusätzlich zur Firewall sind die RouterOS-Dienste selbst eingeschränkt:
| Dienst | Zugriff |
|---|---|
| SSH TCP/22 | 10.10.10.33 sowie 10.10.20.50/.51/.52 |
| WebFig HTTP/80 | VLAN 10 sowie 10.10.20.50/.51/.52 |
| WebFig HTTPS/443 | VLAN 10 sowie 10.10.20.50/.51/.52 |
| WinBox TCP/8291 | VLAN 10 sowie 10.10.20.50/.51/.52 |
| API TCP/8728 | nur Home Assistant 10.10.10.20 |
| API-SSL TCP/8729 | deaktiviert |
| FTP | deaktiviert |
| Telnet | deaktiviert |
Firewall – Forward-Kette¶
Die relevante Reihenfolge ist:
- FastTrack für
established,related; - Accept für
established,related,untracked; - notwendige interne Service-Ausnahmen;
- IoT- und Guest-Segment-Sperren;
- Blocklisten;
- explizite VLAN→WAN-Freigaben;
- erlaubtes WAN-DSTNAT;
- neue WAN-Verbindungen ohne DSTNAT verwerfen;
- Audit-Regeln;
- abschließend
SECURITY - drop all other forward.
Der finale Forward-Drop ist aktiv.
Seit dem 24. August 2026 befinden sich keine deaktivierten Altregeln mehr in der IPv4-Filterliste. Entfernt wurden unter anderem:
Management - VLAN20;UPnP - SSDP VLAN20;UPnP - control VLAN20;Accept established related early;- die letzte verwaiste
VLAN20 -> ether1-Freigabe.
Erlaubte interne Verbindungen¶
Home Assistant¶
Home Assistant hat die feste Adresse 10.10.10.20.
Erlaubt sind:
HA 10.10.10.20 -> VLAN30 10.10.30.0/24
HA 10.10.10.20 -> VLAN20 10.10.20.0/24
VLAN20 10.10.20.0/24 -> HA 10.10.10.20 TCP/8123
Die Freigabe HA→VLAN20 wird unter anderem für Google Cast/Nest, waipu.tv und den Brother-Drucker benötigt.
Die HA→IoT-Freigabe umfasst auch HTTP-Zugriffe auf die eBUS-Adapter. Am 24. August 2026 wurde direkt vom HA-System geprüft:
Damit können HA-seitige Add-ons wie das Firefox-Add-on diese Weboberflächen grundsätzlich erreichen.
IoT → Home Assistant¶
Gezielte Rückrichtung aus VLAN 30:
10.10.30.0/24 -> 10.10.10.20 TCP/1883 MQTT
10.10.30.16 -> 10.10.10.20 TCP/3333 Wasser-SMR / wmbusmeters
Danach wird sonstiger Verkehr aus VLAN 30 in 10.0.0.0/8 geblockt.
eBUS¶
Die beiden ebusd-LXC dürfen zu ihren jeweiligen eBUS-Adaptern:
Normale Clients aus VLAN20 erhalten dagegen keine pauschale Freigabe auf die eBUS-Weboberflächen. Für Wartung kann direkt das IoT-WLAN verwendet werden.
Internetzugang der VLANs¶
Jedes VLAN besitzt eine explizite WAN-Freigabe über die Interface-Liste WAN:
Die früheren Regeln mit festem out-interface=ether1 wurden vollständig entfernt.
Gäste und IoT¶
- VLAN 30 darf ohne explizite Ausnahme keine neuen Verbindungen in interne
10.0.0.0/8-Netze initiieren. - VLAN 40 darf keine neuen Verbindungen in interne
10.0.0.0/8-Netze initiieren. - Beide VLANs besitzen weiterhin regulären Internetzugang über die expliziten WAN-Regeln.
WAN und NAT¶
Das produktive Source-NAT lautet:
Es existieren aktuell keine statischen DSTNAT-Portfreigaben.
Für zukünftiges gültiges DSTNAT existiert eine explizite Forward-Allow-Regel WAN - accept dstnat. Neue Verbindungen aus der WAN-Liste ohne DSTNAT werden verworfen.
Audit-Regeln¶
Während der Stabilisierungsphase bleiben folgende Passthrough-Regeln aktiv:
AUDIT Home -> internal unmatched;AUDIT Mgmt -> Home unmatched;AUDIT implicit forward allow.
Sie blockieren nichts, sondern zeigen neue Verbindungen, die nicht durch eine explizite Regel abgedeckt sind. Der eigentliche Block erfolgt anschließend durch SECURITY - drop all other forward.
Auf AUDIT Home -> internal unmatched ist seit dem 24. August 2026 zusätzlich Logging mit dem Präfix AUDIT-HOME aktiviert. Dadurch werden Quelle, Ziel, Protokoll und Port zukünftiger Treffer sichtbar.
Das Logging hat bereits erwartete, bewusst blockierte Zugriffe des Admin-iPhones 10.10.20.52 aus VLAN20 auf IoT-Weboberflächen gezeigt, darunter:
10.10.20.52 -> 10.10.30.14 TCP/80 eBUS-Adapter Heizung
10.10.20.52 -> 10.10.30.15 TCP/80 eBUS-Adapter Lüftung
Diese Treffer sind kein Fehler im Default-Deny-Modell; für direkte Wartung der IoT-Geräte wird bei Bedarf ins IoT-WLAN gewechselt.
Alte RouterOS-Defaultadresse 192.168.88.0/24¶
Auf der Bridge existiert weiterhin bewusst unangetastet die RouterOS-Defaultadresse:
Dazu gehören noch:
- deaktivierter DHCP-Server
defconf; - Pool
default-dhcpmit192.168.88.10-192.168.88.254; - DHCP-Network
192.168.88.0/24; - zwei Firewall-Dropregeln für IoT beziehungsweise Gäste zu
192.168.88.0/24.
Diese Altlast wird erst entfernt, wenn sicher ausgeschlossen ist, dass noch eine Management- oder Recovery-Abhängigkeit daran hängt. Siehe Offene Netzwerk-Härtungsmaßnahmen.
Management-Härtung auf Layer 2¶
Für Layer-2-Management existiert die Interface-Liste:
MAC-Server, MAC-WinBox und Neighbor Discovery sind ausschließlich auf MGMT begrenzt.
Weitere Dienste:
- RoMON: deaktiviert;
- Bandwidth-Test-Server: deaktiviert;
- Web-Proxy: deaktiviert;
- SOCKS-Proxy: deaktiviert.
Damit können Home-, IoT- und Gast-VLAN die IP-Firewall nicht über MAC-WinBox umgehen.
UPnP¶
UPnP ist deaktiviert.
Die früheren INPUT-Regeln für SSDP/UPnP aus VLAN20 wurden am 24. August 2026 endgültig gelöscht. Es existieren keine dynamischen UPnP-NAT-Regeln.
Normales Multicast-/Discovery-Verhalten innerhalb eines VLANs beziehungsweise die konfigurierte mDNS-Wiederholung wird dadurch nicht ersetzt oder blockiert.
Sicherung vor größeren Änderungen¶
Vor größeren Firewall- oder Routingänderungen siehe Router-Backup.
Vor der Default-Deny-Umstellung wurde router-backup-vor-firewall.backup erstellt. Ein lesbarer RouterOS-Export kann zusätzlich direkt per SSH auf den MCP-Server gestreamt werden.
Wiederaufbau in sinnvoller Reihenfolge¶
1. Basis und Bridge¶
- RouterOS installieren.
- Gerätenamen und Zeitzone setzen.
- Bridge
bridgeanlegen. - VLAN-Filtering erst aktivieren, nachdem Port- und VLAN-Tabelle vorbereitet sind.
2. VLANs und IP-Adressen¶
vlan10,vlan20,vlan30undvlan40auf der Bridge anlegen.- Gateways
.1/24gemäß IP-Adressplan vergeben. - Port-PVIDs und Tagged/Untagged-Zuordnung setzen.
- VLAN-Filtering aktivieren.
3. DHCP, DNS und NTP¶
- vier Pools anlegen;
- vier DHCP-Server den VLAN-Interfaces zuordnen;
- DHCP-Netze mit Gateway, Router-DNS und NTP anlegen;
- feste Leases ergänzen;
- DNS-Weiterleitung und mDNS-Wiederholung aktivieren;
- NTP-Client und lokalen NTP-Server aktivieren.
4. Glasfaser-WAN und NAT¶
ether5als ONT-Port verwenden;vlan7-wobcommit VLAN-ID 7 aufether5anlegen;pppoe-wobcomaufvlan7-wobcomanlegen;- WOBCOM-Zugangsdaten hinterlegen;
- Default-Route über PPPoE aktivieren;
ether5undpppoe-wobcomzur Interface-ListeWANhinzufügen;- Masquerade über
out-interface-list=WANverwenden.
5. Firewall und Management¶
- Input
established/related/untrackederlauben; invalidverwerfen;- benötigte Router-Dienste gezielt erlauben;
- Input am Ende vollständig verwerfen;
- FastTrack vor Segment-Drops setzen;
- normalen
established/related/untracked-Accept direkt dahinter; - interne Service-Ausnahmen für HA, MQTT, Wasser-SMR und eBUS anlegen;
- IoT und Gäste gegenüber internen Netzen sperren;
- VLAN10/20/30/40 explizit zum WAN erlauben;
- gültiges DSTNAT erlauben und sonstige neue WAN-Verbindungen verwerfen;
- Audit-Regeln während der Einführungsphase nutzen;
- finalen Default-Deny
SECURITY - drop all other forwardaktivieren; - Layer-2-Management auf
MGMTbegrenzen; - RouterOS-Dienste zusätzlich über
available-fromeinschränken.
6. WLAN¶
CAPsMAN, SSIDs und Access Points anschließend nach WLAN und CAPsMAN aufbauen.
Prüfung¶
/system/resource/print
/interface/print
/interface/vlan/print detail
/interface/pppoe-client/print detail
/interface/list/member/print detail where list="WAN"
/ip/route/print detail where dst-address="0.0.0.0/0"
/ip/firewall/filter/print stats detail
/ip/firewall/nat/print stats detail
/ip/service/print detail
/ip/dns/print
/system/ntp/client/print
/system/ntp/server/print
/tool/mac-server/print
/tool/mac-server/mac-winbox/print
/ip/neighbor/discovery-settings/print
Zusätzlich sind reale Clienttests aus Home, IoT und Gäste sowie die Erreichbarkeit von Home Assistant, Cloudflare, eBUS und MCP zu prüfen.