Offene Netzwerk-Härtungsmaßnahmen¶
Stand: 24. August 2026.
Diese Seite sammelt bewusst noch nicht umgesetzte Maßnahmen zur weiteren Härtung und Bereinigung des produktiven MikroTik-/Smart-Home-Netzes. Sie trennt offene Arbeiten vom aktuell produktiven Stand in MikroTik Router und Firewall.
Priorität 1 – alte RouterOS-Standardkonfiguration entfernen¶
Auf der Bridge existiert noch die RouterOS-Defaultadresse:
Dazu gehören noch:
- deaktivierter DHCP-Server
defconfauf der Bridge; - DHCP-Pool
default-dhcpmit192.168.88.10-192.168.88.254; - DHCP-Network
192.168.88.0/24mit Gateway/DNS192.168.88.1; - zwei Firewallregeln, die IoT beziehungsweise Gäste gegenüber
192.168.88.0/24sperren.
Das Netz wird produktiv nicht mehr verwendet. Die Komponenten bleiben vorerst bewusst bestehen, weil noch nicht abschließend geklärt ist, ob eine Management- oder Recovery-Abhängigkeit daran hängt. Vor einer Entfernung noch einmal prüfen, dass kein Gerät oder Wartungsweg das Netz benötigt. Danach Adresse, deaktivierten DHCP-Server, Pool, DHCP-Network und die beiden überflüssigen Firewallregeln gemeinsam entfernen.
Priorität 2 – IPv6 und Matter/Thread sauber absichern¶
IPv6 darf nicht pauschal deaktiviert werden, da es für Matter/Thread verwendet wird.
Aktuell vorhanden:
Der Präfix wird auf VLAN30 per Router Advertisement beworben.
Zusätzlich existieren statische Thread-Routen über Home Assistant:
fd3c:f900:72a2:fbea::/64 -> Home Assistant via VLAN10
fd9b:67ec:18c0:1::/64 -> Home Assistant via VLAN10
Außerdem besteht eine dynamische IPv6-Default-Route über pppoe-wobcom.
Die IPv6-Firewall entspricht derzeit weitgehend der RouterOS-Standardkonfiguration und besitzt noch nicht das gleiche explizite Segmentierungs-/Default-Deny-Modell wie IPv4.
Vorgehen:
- tatsächliche IPv6-/Matter-/Thread-Verbindungen beobachten;
- benötigte ICMPv6-, Thread- und Routing-Flows bestimmen;
- explizite Allow-Regeln vorbereiten;
- erst danach eine kontrollierte IPv6-Default-Deny-Policy aufbauen;
- Matter/Thread nach jeder Änderung praktisch testen.
Priorität 3 – IPv4-Firewall weiter präzisieren¶
Die IPv4-Firewall arbeitet inzwischen mit aktivem Default-Deny. Deaktivierte Altregeln wurden am 24. August 2026 entfernt; ebenso die letzte verwaiste VLAN20 -> ether1-Regel.
Nach erfolgreichem Audit können noch folgende Punkte verbessert werden:
- DNS-, NTP- und mDNS-INPUT-Regeln zusätzlich an interne Interfaces beziehungsweise die Interface-Liste
LANbinden; - die derzeit bewusst breiten Regeln
Home Assistant -> Home VLANundHome Assistant -> IoTspäter anhand realer Ziele und Ports enger fassen, falls sich dafür ein klarer Nutzen ergibt; - Audit-Regeln nach ausreichender Beobachtungszeit entfernen, wenn sie dauerhaft keine unerwarteten Flows zeigen.
Für AUDIT Home -> internal unmatched ist derzeit gezieltes Logging mit Präfix AUDIT-HOME aktiv. Dabei wurden bereits bewusst blockierte Wartungszugriffe eines Admin-Geräts aus VLAN20 auf IoT-Weboberflächen identifiziert. Diese werden nicht pauschal freigegeben; für direkte IoT-Wartung kann in das IoT-WLAN gewechselt werden.
Priorität 4 – zentrale RouterOS-Backups weiter automatisieren¶
Ein lesbarer RouterOS-Export kann mit den bestehenden MCP-Rechten erfolgreich direkt per SSH gestreamt werden:
Das wurde am 23. August 2026 erfolgreich getestet. Ein Router-seitiger /export file=... ist dafür nicht nötig.
Weiter offen ist die vollständige Automatisierung der zentralen Sicherung:
- regelmäßiger lesbarer
.rsc-Export; - verschlüsseltes binäres
.backupfür schnelle Wiederherstellung; - Ablage auf dem separaten Proxmox-Backup-Speicher;
- sinnvolle Aufbewahrungsfrist und Bereinigung alter Sicherungen;
- minimale, getrennte Berechtigungen für den Transfer des binären Backups.
Details: Router-Backup
Maßnahmen außerhalb der Firewall¶
RouterOS- und Firmware-Pflege¶
- Router und Access Points auf dem Stable-Kanal halten;
- RouterOS- und RouterBOARD-Firmware gemeinsam pflegen;
- vor größeren Updates Backup/Export erstellen;
- nach Updates WAN, CAPsMAN, VLANs und zentrale Smart-Home-Verbindungen prüfen.
Administrationskonten und Zugang¶
- keine ungenutzten RouterOS-Benutzer behalten;
- administrative Konten nur mit notwendigen Gruppen/Rechten betreiben;
- SSH bevorzugt mit Schlüsseln statt Passwort verwenden;
- regelmäßige Kontrolle, ob alte Schlüssel oder Benutzer entfernt werden können.
Konfigurations- und Recovery-Backups¶
- RouterOS-Backup und
.rsc-Export regelmäßig extern sichern; - Proxmox-Backups und Home-Assistant-Backups getrennt betrachten;
- Wiederherstellungsweg dokumentieren und gelegentlich praktisch prüfen;
- wichtige Zugangsdaten/Providerparameter so dokumentieren, dass ein Neuaufbau ohne Altgerät möglich ist.
Logging und Monitoring¶
Sinnvoll wäre eine zentrale Überwachung von mindestens:
- WAN/PPPoE-Verbindung;
- Router-/AP-Erreichbarkeit;
- CPU, RAM und Temperatur der MikroTik-Geräte;
- Interface-Linkstatus und Fehlerzähler;
- auffälligen Firewall-Drops;
- RouterOS-/Firmware-Versionen;
- Ausfall zentraler Infrastruktur wie HA, Cloudflare und MCP.
Optional kann RouterOS-Logging an einen zentralen Syslog-Empfänger gesendet werden, damit relevante Ereignisse auch nach einem Router-Neustart erhalten bleiben.
Layer-2- und VLAN-Härtung¶
Nach Entfernung des alten 192.168.88.0/24-Netzes kann geprüft werden, ob VLAN 1 vollständig ungenutzt ist und Bridge-/Port-Einstellungen weiter eingeschränkt werden können.
Dabei insbesondere prüfen:
- PVIDs aller Bridge-Ports;
- Tagged/Untagged-Zuordnungen;
ingress-filtering;- passende
frame-typesje Port; - keine unerwarteten untagged Management-Pfade.
Änderungen an Bridge/VLAN-Konfiguration nur mit lokalem Fallback und schrittweise durchführen, da Fehler dort das gesamte Netz trennen können.
WLAN-Härtung¶
Regelmäßig prüfen:
- WPA2/WPA3-Konfiguration und Transition-Mode;
- PMF/Management Frame Protection;
- Fast-Transition-Konfiguration;
- keine veralteten oder ungenutzten SSIDs;
- IoT- und Gäste-SSIDs weiterhin korrekt den vorgesehenen VLANs zugeordnet;
- keine Clients dauerhaft im falschen VLAN.
DNS und Zeitversorgung¶
- Router-DNS und NTP als zentrale interne Dienste beibehalten und überwachen;
- externe DNS-/NTP-Abhängigkeiten dokumentieren;
- bei späterem Bedarf prüfen, ob IoT-Geräte auf die vorgesehenen Resolver/NTP-Server festgelegt werden sollen;
- Änderungen nicht nur nach Konfigurationswerten, sondern mit realen Clienttests prüfen.
Regelmäßige Inventur¶
In festen Abständen Router-DHCP-Leases, Wiki-IP-Adressplan und tatsächlich vorhandene Geräte vergleichen. Entfernte Geräte, alte Reservierungen und nicht mehr benötigte Integrationen zeitnah aus Router und Dokumentation entfernen.
Empfohlene Reihenfolge¶
- Firewall-Audit nach der Default-Deny-Umstellung weiter auswerten.
- Altes
192.168.88.0/24nur nach abschließender Abhängigkeitsprüfung vollständig entfernen. - Zentrale RouterOS-Backups automatisieren.
- IPv6-/Matter-/Thread-Flows beobachten und dokumentieren.
- IPv6 kontrolliert segmentieren.
- Danach erst weitere Bridge-/VLAN-Feinhärtung vornehmen.
- Logging/Monitoring und regelmäßige Inventur als Daueraufgabe etablieren.